Das Vaïta verabschiedet sich vom Einweg

3D-gedrucktes Nachfüllseifenglas des Hôtel Le Vaïta, in Porto

Die Mülltrennung haben wir schon lange eingeführt. Aber wir haben uns gesagt, dass wir weitergehen müssen, auch wenn es das Leben etwas komplizierter macht. Seit Juni 2026 haben wir also einen Wandel begonnen, den wir als echte Einschränkung annehmen: nicht mehr von nicht recycelbarem Einwegplastik im Hotel abhängig zu sein. Kapselkaffee, einzeln verpacktes Duschgel, verpackte Seifenstücke, Einwegtischdecken, Pappbecher... alles kommt dran, eins nach dem anderen, in dem Tempo, in dem wir echte Lösungen finden.

Eine kleine ehrliche Anmerkung, bevor wir ins Detail gehen: Wir haben nichts unnötig weggeworfen. Jeder noch vorrätige Einwegartikel wird aufgebraucht, bevor er ersetzt wird — keine Frage, Dinge zu verschwenden, nur um gut dazustehen. Die Veränderung geschieht schrittweise, im Tempo unseres 3D-Druckers und unserer Versuche.

Seife und Duschgel

Das war unsere liebste Herausforderung. Wir hatten 4 verschiedene Plastikverpackungen pro Zimmer für Seife und Duschgel — eine echte Verschwendung. Die Lösung: ein Spender mit Drückverschluss, eingesetzt in ein Glas, das wir selbst mit einem 3D-Drucker herstellen. Das Glas ist individuell gefertigt, und die Seife stammt von einem lokalen Unternehmen, das sie in 5-Liter-Kanistern verkauft, zu einem Preis, der dem nahekommt, was wir vorher für Einwegware bezahlt haben. Ohne den Preis pro Zimmer zu erhöhen, haben wir 4 Plastikverpackungen eliminiert. Die Herstellungskosten der Gläser amortisieren sich schnell.

Ein kleiner Wermutstropfen, zu dem wir stehen: Die Immortelle-Seife, die wir verwenden, ist so gut, dass wir fast einen übermäßigen Verbrauch durch die Gäste befürchten. Dieses Problem ist uns lieber als Tonnen von Plastikverpackungen.

Das Glas wird in PLA gedruckt, einem biobasierten Kunststoff (aus Maisstärke) statt aus Erdöl. Aber das ist nicht der eigentliche Punkt: Anders als die Verpackungen, die es ersetzt, ist dieses Glas nicht Einweg — es wird Saison für Saison wiederverwendet, aus dem Kanister nachgefüllt statt jedes Mal neu gekauft.

Tischdecken

Vorher hatten wir weiße Stofftischdecken, die oben mit einer Einwegtischdecke geschützt wurden — abgesehen davon, dass es weniger umweltfreundlich war, sah es auch weniger gepflegt im Speisesaal aus. Wir steigen um auf beschichteten Jacquard-Stoff von Les Toiles d'Aquitaine, die uns ein Muster zum Testen unter realen Bedingungen geschenkt haben. Der beschichtete Stoff lässt sich leicht mit einem Schwamm reinigen — Schluss mit dem Entfernen der Einwegtischdecke, dem Waschen der Stofftischdecke und dem erneuten Eindecken bei jedem Service. Die erwartete Zeitersparnis: etwa 20 Minuten jeden Abend bei der Vorbereitung des Restaurants. Die Bestellung der neuen Tischdecken ist für die Mitte der Saison geplant.

Gläser

Die Einweg-Pappbecher werden durch echte Gläser ersetzt. Das bedeutet mehr Lagerung, mehr Wege in die Küche zur Spülmaschine — im Alltag eindeutig weniger praktisch. Aber es ist ein weiterer Sieg gegen den Einweg, und wir nehmen diesen kleinen Mehraufwand in Kauf.

Mülleimer

Eine Herausforderung, die wir nicht vorhergesehen hatten: Ohne Einweg-Müllbeutel müssen die Mülleimer bei jedem Gast gereinigt werden, da keine Schutzhülle vorhanden ist. Vorerst haben wir den Plastikbeutel aus dem Mülleimer im Zimmer entfernt und ihn nur für den Mülleimer im Badezimmer beibehalten — das sind 50 % weniger Plastikbeutel pro Zimmer. Der Rest wird noch überlegt: Wenn Sie eine Lösung kennen, die sich in der Praxis bewährt, sind wir dankbar.

Was wir beibehalten, und warum

Wir behalten einzeln verpackte Zuckerportionen bei. Nicht aus Bequemlichkeit: Die Region ist voller Ameisen, und ohne Einzelverpackung ist es unmöglich, losen Zucker ohne Probleme zu lagern. Manchmal bleibt Einweg die am wenigsten schlechte Lösung.

Und wie geht es weiter

Wir suchen noch nach einer Alternative für Kaffee — auf den Zimmern sind wir noch bei löslichem Kaffee in einzelnen Einwegportionen, und wir haben noch keine Lösung gefunden, die alle Kriterien erfüllt (Geschmack, Praktikabilität, Kosten). Eine Idee, die wir prüfen: Kaffee kostenlos an der Rezeption anzubieten statt einer Portion in jedem Zimmer, und die löslichen Kaffeesticks einfach ganz abzuschaffen. Noch ist nichts entschieden — wenn ein Leser eine andere Idee hat, sind die Kommentare offen.

Die Vergangenheit ist noch nicht ganz vergangen, aber die Zukunft kommt schnell. Wir machen weiter, in unserem eigenen Tempo, ohne so zu tun, als hätten wir schon alles gelöst.

Vincent & Wednesday
Hôtel Le Vaïta ***

Ein Hotel, das zu seinen Bemühungen steht, nicht zu seinen Reden

26 klimatisierte Zimmer im Herzen des UNESCO-Weltkulturerbes Golf von Porto — und ein umweltfreundlicher Ansatz, den wir lieber unvollkommen und ehrlich als perfekt auf dem Papier haben.

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